
Natürliche Duftstoffe sind essenzielle Riechstoffe, die durch Destillation oder Kaltpressung aus botanischen oder tierischen Rohstoffen gewonnen werden. Ab einer Konzentration von 0,001 Prozent müssen 26 spezifische Allergene namentlich in der INCI-Liste deklariert sein. Im Jahr 2026 bietet ezebra.de zertifizierte Naturkosmetik an, um informierte und sichere Kaufentscheidungen zu unterstützen.
Spis treści
- Was sind natürliche Duftstoffe und wie erkennt man sie in der INCI?
- Botanischer und tierischer Ursprung natürlicher Duftstoffe und ihre Gewinnung
- Bekannte natürliche Duftstoffe und ihre chemischen Profile
- Kosmetische Produkte und Hauttypen für natürliche Duftstoffe
- Natürliche Duftstoffe im Vergleich zu synthetischen Alternativen
- Warum können natürliche Duftstoffe allergische Reaktionen auslösen?
- Wirkung natürlicher Duftstoffe auf Körper, Haut und Psyche
- Wann sind Werbeversprechen zu natürlichen Duftstoffen irreführend?
Was sind natürliche Duftstoffe und wie erkennt man sie in der INCI?
Natürliche Duftstoffe basieren auf Pflanzenextrakten, wobei 26 potenziell allergene Verbindungen ab 0,001 Prozent auf der Inhaltsstoffliste ausgewiesen werden müssen. In der INCI-Liste werden Duftmischungen in der Regel unter dem Sammelbegriff Parfum oder Fragrance geführt. Bestimmte deklarationspflichtige Duftstoffallergene müssen zusätzlich einzeln genannt werden – bei Leave-on-Produkten ab 0,001 %, bei Rinse-off-Produkten ab 0,01 %.
Wie erkenne ich natürliche Duftstoffe? Diese Frage stellen sich viele Personen. Man sollte vor allem neben der allgemeinen Duftstoffbezeichnung auch einzelne Kosmetikinhaltsstoffe wie Limonene, Linalool oder Citral beachten. Angaben zu einzelnen Kosmetikinhaltsstoffen und ihrer Funktion lassen sich in der CosIng-Datenbank der Europäischen Kommission überprüfen.
Was ist ein natürlicher Duftstoff im kosmetischen Sinne?
Ein natürlicher Duftstoff ist ein komplexes Gemisch aus hunderten Einzelmolekülen, das direkt aus Pflanzenblüten, Harzen oder Wurzeln extrahiert wird. Typische Bestandteile sind Terpene, Aldehyde und andere flüchtige Verbindungen, die den charakteristischen Geruch bestimmen. Zu natürlichen Duftstoffen zählen auch Isolate, also einzelne, hochkonzentrierte Duftmoleküle, die aus natürlichen Rohstoffen gewonnen werden.
Wichtig! Es gibt ferner naturidentische Stoffe. Sie besitzen zwar die gleiche chemische Struktur wie ein natürlich vorkommendes Molekül, werden jedoch synthetisch hergestellt.
Botanischer und tierischer Ursprung natürlicher Duftstoffe und ihre Gewinnung
Für die Gewinnung von natürlichem Rosenöl durch Wasserdampfdestillation werden bis zu 5 Tonnen Rosenblüten benötigt, was den enormen Ressourcenaufwand verdeutlicht. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass pflanzliche Duftstoffe aus Blüten, Wurzeln, Hölzern oder Harzen wie Weihrauch stammen. Ätherische Öle werden je nach Rohstoff unterschiedlich gewonnen. Lavendel in der Regel durch Wasserdampfdestillation, Bergamotte dagegen durch Kaltpressung der Schale.
Historisch wurden auch tierische Duftstoffe verwendet, darunter Moschus vom Moschushirsch, Zibet und Ambra vom Pottwal. Heute werden solche Rohstoffe aus ethischen und artenschutzrechtlichen Gründen nicht verwendet. In modernen, insbesondere veganen Parfüms werden ihre Duftprofile am häufigsten durch pflanzliche oder synthetische Alternativen nachgebildet.
Bekannte natürliche Duftstoffe und ihre chemischen Profile
Zu den häufigsten natürlichen Duftstoffen gehören Geraniol aus Rosen, Linalool aus Lavendel und Cinnamal aus Zimtextrakten. Zu den häufigsten natürlichen Duftstoffen gehören:
- Linalool – vor allem in Lavendel, Koriander und Bergamotte;
- Limonene – typisch für Zitrusschalen wie Zitrone, Orange und Bergamotte;
- Geraniol – kommt unter anderem in Rosen- und Geranienöl vor;
- Eugenol – charakteristisch für Nelkenöl, aber auch in Zimt und Basilikum enthalten;
- Cinnamal – prägt vor allem den typischen Duft von Zimt.
Wichtig! Diese Stoffe können natürlichen Ursprungs sein, zählen aber zugleich zu den deklarationspflichtigen Duftstoffallergenen und müssen je nach Konzentration in der INCI-Liste einzeln angegeben werden.

Kosmetische Produkte und Hauttypen für natürliche Duftstoffe
Sensible Hauttypen sollten Naturdüfte vorsichtig testen, während normale Haut hervorragend von zertifizierten Naturkosmetik-Cremes profitiert. Wer zu Reizungen oder Duftstoffallergien neigt, sollte neue Produkte zuerst an einer kleinen Hautstelle ausprobieren oder auf duftstofffreie Varianten ausweichen.
Mehr Orientierung bieten Siegel wie BDIH, NaTrue und Cosmos. Hervorzuheben ist, dass diese Naturkosmetik-Zertifizierungen strenge Anforderungen an die Herkunft und Verarbeitung der eingesetzten Duftstoffe festlegen.
Suchen Sie nach kosmetischen Produkten bei ezebra.de? Prüfen Sie neben dem Hauttyp auch die INCI-Liste und vorhandene Zertifizierungen. So finden Sie Naturdüfte und vermeiden unangenehme Hautreaktionen.
Natürliche Duftstoffe im Vergleich zu synthetischen Alternativen
Während synthetische Duftstoffe durch hohe Stabilität und geringe Kosten bestechen, bieten natürliche Duftstoffe ein wesentlich komplexeres und nuancierteres Duftprofil. Der Unterschied zwischen natürlichen und synthetischen Duftstoffen beeinflusst den Herstellungsprozess, den Preis und die Haltbarkeit der Produkte.
Diese Tabelle hilft Ihnen dabei, natürliche und synthetische Duftstoffe zu vergleichen:
Zu synthetischen Duftstoffen gehören naturidentische Duftstoffe – sie werden im Labor chemisch so hergestellt, dass sie einem natürlichen Duftmolekül entsprechen. Ferner gibt es auch halbsynthetische Riechstoffe. Sie entstehen aus natürlichen Ausgangsstoffen, die jedoch chemisch weiterverarbeitet werden.
Wichtig! Naturdüfte sind nicht unbedingt umweltfreundlicher. Der Anbau, die Ernte und die Extraktion können große Mengen an Rohstoffen und Energie erfordern, während synthetische Alternativen ressourcenschonender produziert werden können.
Warum kaufen Verbraucher synthetische Alternativen statt natürlicher Duftstoffe?
Synthetische Duftstoffe werden oft bevorzugt, da sie allergenärmer formuliert werden können und Duftnoten wie Maiglöckchen ermöglichen, die natürlich nicht extrahierbar sind. Auch Flieder lässt sich naturgetreu nur mithilfe synthetischer Moleküle nachbilden.
Ein weiterer Vorteil ist eine hohe Konsistenz. Der Duft kann unabhängig von der Ernte, dem Klima oder den Rohstoffschwankungen nahezu identisch reproduziert werden. Vollsynthetische bzw. teilweise petrochemische Düfte sind oft stabiler als natürliche Extrakte. Oft lassen sie sich auch günstiger herstellen.
Warum können natürliche Duftstoffe allergische Reaktionen auslösen?
Auch reine Naturdüfte enthalten Moleküle wie Limonene, die bei Sauerstoffkontakt oxidieren und dadurch starke Kontaktallergien auf der Haut verursachen. Dermatologische Studien zeigen, dass insbesondere oxidiertes Linalool und Limonene bei einem Teil der untersuchten Dermatitispatienten positive Patchtest-Reaktionen auslösen (Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34561893/).
Eine Allergie gegen natürliche Duftstoffe ist auch möglich - „natürlich“ bedeutet nicht unbedingt „hypoallergen“.
Warum natürliche Duftstoffe verwenden? Sie können komplexe Duftprofile bieten, sollten bei empfindlicher oder bereits sensibilisierter Haut aber bewusst ausgewählt und anhand der INCI-Liste geprüft werden.
Wirkung natürlicher Duftstoffe auf Körper, Haut und Psyche
Neben der reinen Parfümierung entfalten natürliche Duftstoffe wie Lavendel oder Rosmarin aromatherapeutische Effekte, die nachweislich beruhigend oder belebend auf das Nervensystem wirken. Besonders für Lavendel gibt es Hinweise aus systematischen Reviews auf eine angstlösende und beruhigende Wirkung.
Die Wirkung natürlicher Duftstoffe:
- Lavendel – beruhigend und entspannend;
- Rosmarin – anregend und belebend;
- Bergamotte – frisch und stimmungsaufhellend;
- Zitrone – erfrischend und aktivierend;
- Orange – warm, heiter und entspannend;
- Pfefferminze – anregend und konzentrationsfördernd;
- Jasmin – sinnlich und stimmungsaufhellend;
- Sandelholz – beruhigend und ausgleichend.
In der Aromatherapie wird dieser Zusammenhang zwischen dem Geruch, seiner emotionalen Wirkung und dem Nervensystem bewusst genutzt. In der Naturkosmetik ergänzt dieser sensorische Aspekt die klassische Hautpflege.
Wann sind Werbeversprechen zu natürlichen Duftstoffen irreführend?
Produkte dürfen nur als reine Naturkosmetik beworben werden, wenn sie frei von verbotenen synthetischen Substanzen wie Formaldehyd und Lyral sind.Problematisch wird es, wenn Begriffe wie „natürlich“ oder „mit natürlichen Duftstoffen“ einen höheren Naturanteil suggerieren, als tatsächlich enthalten ist – ein typischer Fall von Greenwashing.
Maßgeblich sind dabei die EU-Kosmetikverordnung und die dort festgelegten Stoffverbote. Formaldehyd ist als solches in Kosmetika verboten. Auch Lyral beziehungsweise HICC wurde wegen seines hohen Allergiepotenzials aus kosmetischen Produkten verbannt.
Zur Berechnung des natürlichen beziehungsweise naturbasierten Anteils eines Produkts kann die ISO 16128 herangezogen werden. Sie regelt jedoch ausdrücklich nicht die Werbung oder Kennzeichnung kosmetischer Produkte.
Stand: 2026. Die Angaben zu kennzeichnungspflichtigen Duftstoffen und Allergenen wurden anhand der aktuell geltenden EU-Vorgaben geprüft.
FAQ
Wie lange sind Parfüms mit natürlichen Duftstoffen haltbar?
Naturparfüms sind meist 12 bis 24 Monate haltbar, da natürliche Komponenten schneller oxidieren als synthetische. Eine kühle, licht- und wärmegeschützte Lagerung kann die Oxidation empfindlicher Terpene verlangsamen und die Stabilität des Parfüms verlängern.
Wo werden die besten natürlichen Duftstoffe angebaut?
Klassische Anbaugebiete sind Grasse in Frankreich für Rosen und Jasmin sowie Italien für kaltgepresste Zitrusöle wie Bergamotte. Das Klima, die Bodenbeschaffenheit und die Erntebedingungen beeinflussen dabei die Qualität und das Duftprofil der gewonnenen Rohstoffe.
Wofür werden natürliche Duftstoffe in Cremes hauptsächlich eingesetzt?
Sie maskieren den Eigengeruch von Basisrohstoffen und verleihen dem Produkt eine angenehme, oft aromatherapeutische Komponente. Einige ätherische Öle können auch leichte antimikrobielle Eigenschaften haben, ihre Hauptfunktion in Cremes bleibt jedoch meist die Beduftung.
